Boulevard Vlissingen bei Nacht Totale vom Strand

Vlissingen bietet viel mehr, als viele denken!

Zugegeben, wenn ich mit meinen fünf Mitstreitern von Info-Zeland.de über die schönsten Orte von Walcheren diskutiere, stehe ich mit meiner Meinung ziemlich alleine da. Denn ich habe Vlissingen ins Herz geschlossen. Das ist für die anderen einfach nicht nachzuvollziehen. Sie sehen hauptsächlich die wirklich wenig attraktive Einkaufszone. Aber ich meine, Vlissingen hat dafür so viel Tolles zu bieten, was die anderen Orte nicht ohne zumindest nicht so schön haben.
Die Vielfalt Vlissingens auf einem Plakat am Bahnhof von Vlissingen

Die Vielfalt Vlissingens auf einem Plakat

Und weil ich so ein besonderes Auge auf die Stadt geworfen habe, darf ich hier auch dieses Loblied auf die „Stadt am Meer – Stad aan zee“, so der Werbeslogan der City, schreiben.

Die vielen Highlights von Vlissingen

Spontan fällt mir da der Hafen ein – ich liebe Häfen, sie haben immer etwas von Aufbruch. Die Fahrradfähre nach Zeeuws-Vlanderen. Da brichst die wirklich zu Neuem auf. Die schöne Fahrradstrecken vom Hafen zur City oder die entlang des Kanals nach Middelburg. Die vielen interessanten Museen wie Kazematten oder das Zeeuws Maritiem. Die herrlichen Kirchen.

Kaum zu glauben, aber wahr! Vlissingen ist die einzige Stadt der Niederlande mit einem Strand in südlicher Richtung. Während die anderen Gemeinden ihre sandige Sonnenterrasse alle nach Westen ausgerichtet haben zeigt nur die Küstenlinie der 44.500 Einwohner großen Stadt gen Süden. Das heißt natürlich auch: Viel Sonne all day long!

Aber ganz besonders überzeugen mich diese Highlights:
  • Die schönste Düne: Radel einmal von Dishoek nach Vlissingen. Wenn du dich ein paar hundert Meter hinter Dishoek die Düne hinauf gequält hast, fährst du hoch über dem Meer. Auf dem „Dünen-Highway“, wie ich die Piste nenne, hast du immer wieder einen herrlichen Ausblick aufs Meer.
  • Die Hochhauskulisse: Ja, selbst die liebe ich. Ist doch einmal etwas ganz anderes. Und schließlich sind die hohen Gebäude doch auch abwechslungsreich gestaltet, nicht solche gesichtslosen, gleichförmigen Bauten wie in Belgien. Wenn du immer noch nicht überzeugt bist, dann noch folgendes Argument: Von außen ist es vielleicht pfui – das ist Ansichtssache. Von innen aber hast du einen phantastischen Blick auf die Westerschelde und den regen Schiffsverkehr.

    Statue im Zentrum: Mann blickt Richtung Hausfassaden

    Da guckst du!

  • Die Denkmäler: Vlissingen gehört zu den Städten der Niederlande mit den meisten Baudenkmälern, Statuen oder historischen Gebäuden. Insgesamt sind es über 300. Quasi an jeder Ecke steht eine Figur, wie der Staunende, der sich die historischen Gebäude anschaut. Nimm dir die Zeit dieser Statue und staune auch du an fast jeder Ecke.
  • Der Boulevard: Ich könnte stundenlang mit dem Rad auf dieser Meile hin- und herradeln. Autos sind den Zweirädern untergeordnet, es ist ein wirklich easy radeln. Du schaust hinaus aufs Meer, beobachtest die Schiffe, die zum Greifen nah vorüberziehen. Du parkst das Bike, genießt ne kleine Portion fritjes auf der Boulevardbank oder ein leckeres Mittagessen in einem der Restaurants. Klasse! Und am Ende wartet die Ehrenrunde mit dem Rad am Ruyter Denkmal auf glitzerndem Asphalt. Herrlich!

    Frau radelt vor Außengaststätte auf dem Boulevard Vlissingen

    Radeln auf dem Boulevard – herrlich!

  • Die Restaurantmeile: Wenn du aus der City Richtung Hafen gehst, dann schlenderst du am Bellamypark an einem Lokal nach dem anderen vorbei. Ich kann mich oft gar nicht entscheiden, wo ich einkehren soll. Sei es zum Kaffee, dem biertje am frühen Abend oder zum späteren Dinner. Hier wirst du garantiert fündig.

Vielleicht bist du ja wie ich ein bekennender Vlissingen-Fan. Dann schick uns ein Foto mit dir und deinem Lieblingsort in der City. Schreibe vielleicht noch einen Satz und deinen (Vor-)Namen dazu und sende es an mail@info-zeeland.de oder an eines unserer sozialen Netzwerke.

Ein paar Fakten zu Vlissingen

Bereist im 7. Jahrhundert soll der Name der Stadt erstmals erwähnt worden sein – als ein Fischerweiler. Vlissingen war früher eine englische Garnisonsstadt und hieß in diesem Zeitraum Flushing. Klingt ja auch noch recht ähnlich. Auch von der Wortableitung lassen sich Ähnlichkeiten erkennen. 1315 bekam das Dorf die Stadtrechte zugesprochen. Reich machten die damaligen Bürger der Heringshandel (heute: Hollandse Nieuwe – hmmm!) und die Salzgewinnung.
Du möchtest einen phantastischen Blick über ganz Walcheren und über die Westerschelde hinüber nach Zeeuws-Vlanderen erleben? Dann genieße den Ausblick vom Turm des Arsenals in Vlissingen. Der Turm garantiert einen herrlichen Rundumblick.
Der Yachthafen mit Arsenal und Aussichtsturm im Zentrum von Vlissingen

Der Yachthafen mit Arsenal und Aussichtsturm

Aufgrund seiner strategischen Lage an der Westerschelde war die Stadt Vlissingen im Laufe der Jahrhunderte immer wieder in zahlreiche Kriege verwickelt. Strategische Bedeutung kamen dabei den Kazematten bzw. dem Keizersbolwerk zu. Die Anlage kannst du heute besuchen. Dabei erfährst mehr zu dem Gründer der Anlage Karl V.  Napoleon baute das Bollwerk zu dem aus, was heute noch in Teilen zu besichtigen ist. Die dritte große Persönlickeit, zu der du in dem Museum mehr erfahren kannst, ist der berühmteste Sohn der Stadt Vissingen: Michiel de Ryuter. Bei Wikipedia erfährst du hier mehr zum großen Krieg im 16. Jahrhundert und hier  zum 2. Weltkrieg.

Vlissingen wichtig für den Schiffsverkehr der Region

Deich Vlissingen mit Fahrrädern links und Schiffsverkehr rechts

Prächtige Kulisse am Boulevard Vlissingen

Doch kommen wir lieber zu den friedlichen Aspekten der strategisch wichtigen Lage der 45.000 Einwohnerstadt. Unterhalb des Ruyter-Denkmals liegen die Lotsenboote vor Anker. Du solltest unbedingt einmal abwarten, bis die PS-Giganten ablegen. Zu sattem Sound brodelt das Wasser. Die Boote ziehen hinaus, um die dicken Containerpötte sicher durch die schmalen Fahrrinnen der Westerschelde zu geleiten. Deren Ziele sind die Industriehäfen von Terneuzen und natürlich der belgische Hafen von Antwerpen – übrigens der zweitgrößte Hafen Europas.
Auch heute hat Vlissingen noch eine ansehnliche Fischereiflotte. Im kleinen Industriehafen gibt es Bootswerften und natürlich schneidet sich auch Vlissingen seinen Teil des Tourismuskuchens ab. Wenn du noch mehr zu Vlissingen erfahren möchtest, empfehle ich dir die Internetseite der Gemeente.

Ein Beitrag von heer Jörki. Mehr von diesem Autor? Klick auf das Schaaf. 

 

 

Schick diesen Beitrag an deine Freunde