Teil der Badkultur von Domburg: der Pavillion aus dem 19. Jahrhundert

 

Badkultur von Domburg!

Leuchtturm von Domburg

Damals wie heute – die Luft und das Meer von Domburg hat positive Wirkungen auf den Körper

Von Dr. Katzenbergers Badereise bis zu den mondänen Schilderungen europäischer Seebäder in der russischen Literatur des 19. Jahrhunderts ist es zumindest ästhetisch nicht weit weg von Domburg, dieses altehrwürdigen und immer noch ein bisschen versnobten Dorfs am Meer von Zeeland. Hier gibt es noch richtige Badpavillons aus der Gründerzeit zu sehen. Dazu eine äußerst lebendige und sehenswerte Promenade, auf dem sich schon seit Jahrhunderten immer auch die Oberen Zehntausend zwischen Welle und Deich vergnügten.

 

Von den Römern bis zum europäischen Hochadel

Infotafel Restaurant von 1885 in Domburg

Noch heute beliebt – eine Restaurant seit 1885

Domburg ist als Siedlung auf Walcheren recht alt. Schon die alten Römer haben vor Ort Thermen errichtet. Darauf weisen ausgegrabene Ruinen von Thermen hin. Der Name Nehalennia, eine von Germanen und Kelten verehrten Göttin, taucht auch heute noch im Ort des Öfteren auf. Seit dem 19. Jahrhundert hat sich eine ganz besondere Badkultur von Domburg etabliert. Mit der Errichtung von Sommerquartieren und vor allem durch den Anschluss an das regionale Eisenbahnnetz konnte der Ort am Meer immer mehr Reiche und gerade auch Adlige aus ganz Europa anlocken.

 

Der Badpavillon vermittelt den Glanz der Belle Epoque und wurde 1889 als größeres Areal mit Saal und Terrasse aufgestylt. Dort könnt Ihr auch heute noch am besten mit einem Kaffee und einem russischen Roman genießen. Die selbstverliebte, aufgetragene Selbstsicherheit des untergehenden Adels lässt sich inmitten solcher faszinierenden Zeugnisse aus den Glanzzeiten bestens nachempfinden.

 

Die rasante Entwicklung einer Badkultur von Domburg

Gebäude des 21. Jahrhunderts im Stil der Goldenen Zeit von Domburg

Gebäude des 21. Jahrhunderts im Stil der Goldenen Zeit von Domburg

Innerhalb weniger Jahrzehnte entwickelte sich Domburg zu einer Top-Destination selbst für königliche Besucher. Von diesem einstigen Glanz lassen sich überall architektonische Zeugnisse aufspüren. Ein Häuschen vor Ort war damals Pflicht für Glanz und Gloria und dieses Flair ist lange erhalten geblieben. Zudem hat das Örtchen sein Erbe wiederentdeckt und beibehalten, so dass der Stil des einstigen Pomps heute beständig durch neue, imposante Bauten natürlich aus Glas und Beton ausgiebig gepflegt wird.




Fans der Architektur kommen voll auf ihre Kosten. Selbst wenn in Domburg der unvermeidliche Klassizismus mit Portikus und Kapitell die Hauptrolle spielen mag, ein Spaziergang entlang der Dünen und Villen entführt uns auf eine Reise quer durch den baugeschichtlichen Historismus dieses auf Pracht und Luxus getrimmten Zeitalters.

Johann Georg Metzger mit seinen hoheitlichen Patienten im VVV von Domburg

Johann Georg Metzger mit seinen hoheitlichen Patienten im VVV von Domburg

 

Johann Georg Mezger – Ein Kneipparzt für reiche Snobs

Teil der historischen Badkultur von Domburg: altehrwürdige Badpavillion

Auch heute noch beliebt: die Terrasse des altehrwürdigen Badpavillions

Im 19. Jahrhundert kam die Kur in Mode und wurde Teil der Badkultur von Domburg. Dabei galt wie auch heute noch das Meer als besonders wohltuend für Leib und Seele. In Domburg wirkte der weithin bekannte Mediziner Johann Georg Mezger, der mit Kneippscher Therapie und Massagen jede Menge Prominenz behandelte. Mezger stammt ursprünglich aus Württemberg, feierte seine größten Erfolge aber in Amsterdam. Im späten 19. Jahrhundert verlebte er die Sommerzeit in Domburg und praktizierte auch dort. In den prächtigen Villen am Strand und den Badehotels ließen es sich die richtig Reichen und Berühmten gut gehen. Eine Erholungs- und immer auch Vergnügungsreise nach Domburg gehörte bis in die 1920er Jahre für Europas Elite zum jährlichen Pflichtprogramm.

 

Neben unserem Eventkalender findest du Informationen zu Sonderevents in den Museen auf Walcheren in unseren Beiträgen Ausstellungen Teil 1 und Teil 2. Infos zu regelmäßigen Veranstaltungen, an denen du teilnehmen kannst, findest du hier.

 

Domburg als Künstlerkolonie am Meer

Piet Mondrian "Leuchtturm von Westkapelle" im Museum von Domburg

Piet Mondrian „Leuchtturm von Westkapelle“ im Museum von Domburg

Die Badkultur von Domburg rund um den illustren Pavillon wurde noch zusätzlich durch allerlei Künstler bereichert. Die klare Luft, das besondere Licht auf Walcheren, der Klang der Wellen – all das inspirierte berühmte Maler wie beispielsweise Piet Mondrian und Jan Toorop, die in Domburg sehr produktive Jahre verbrachten. Zugleich war aber dann auch der Auszug der Künstler der Anfang vom Ende und das Städtchen verfiel schon vor und dann endgültig nach dem Zweiten Weltkrieg. Bis in den 1980er Jahren erst mit umfänglichen Restaurierungsarbeiten der alte Glanz wieder auferstehen und das Seebad aufs neue als Perle der Nordsee die Besucher in Scharen anlockte. Heute darf sich Domburg mit seiner Badkultur ganz offiziell mit dem Titel Heilbad schmücken.

 

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