Museum Polderhuis in Westkapelle außen

 

Polderhuis Westkapelle: Nur ein Regionalmuseum?

Als vor Jahren das Museum in Bagdad geplündert wurde, da saß ich ziemlich geschockt vor dem Fernseher. Immerhin sind solcherlei Ausstellungen nicht einfach nur Nationalbesitz irgendwelcher Länder. Als verwahrte Schätze und ein Erbe der ganzen Menschheit reichen die ausgestellten Exponate von der Nofretete in Berlin bis hin zum Beispiel der Schau im Museum Polderhuis Westkapelle. Ich bin natürlich nicht so vermessen und vergleiche Waffen des Zweiten Weltkriegs mit goldenen Kronen. Aber eine gewisse Magie beim Betreten und Erkunden solcher Häuser, die habe ich mir immer bewahrt. Das gilt dann ebenfalls für das kleine schmucke Polderhaus, so die Übersetzung aus dem Niederländischen, inmitten von Westkapelle gelegen.

 

Zwischen Deich und Zweitem Weltkrieg

Wachsfigur Deicharbeiter im Museum Polderhuis Westkapelle

Das harte Leben der Deicharbiter

Wahrscheinlich könnt Ihr den Kern des Wortes Polderhuis auch ohne Wörterbuch übersetzen. Polder sind die Gebiete, die unterhalb des Meeresspiegels liegen und durch Deiche geschützt werden müssen – niedere Lande eben. Der zweite Teil des Substantivs ergibt sich dann von selbst. Das Museum in Westkapelle ist auch eine Ansage an die geographische Lage des Ortes! Und so ist es dann kaum überraschend, wenn in den Ausstellungen vor allem auf den imposanten Deich in der Umgebung eingegangen wird. Die Historie von den vielen Bauabschnitten, dazu Anekdoten und faszinierende Exponate – diesen Querschnitt einer Region mit vielen Ereignissen solltet ihr euch genauer anschauen. –

 

Beim Besuch des kleinen angegliederten Park des Museums könnt ihr euch die –  zugegeben etwas kümmerlichen – Reste der „City of Benares“ ansehen. Dieses Schiff ist im Jahre 1911 vor Westkapelle gestrandet und den Bugspriet haben die Betreiber der Ausstellung gleich mal im Garten ausgestellt, als besonders originelles Symbol für die Region sozusagen.

Polderhuis ganz symbolträchtig am Deich gebaut

Liberty Bridge in Westkapelle

Die Liberty Bridge führt vom Garten des Polderhuis direkt hinauf zum Deich

Der Deich als Weg- und Sichtmarke auf Walcheren befindet sich in direkter Nachbarschaft zum Polderhuis Museum. Oben auf der mächtigen Mauer zum Küstenschutz, wenn wir die Deichanlagen wirklich so nennen wollen, steht weithin sichtbar noch ein Sherman Panzer. Dieser ist sozusagen das Symbol für die Befreiung von den Nazis im Zweiten Weltkrieg. Wenn ihr vom Garten des Polderhuis die Stufen hinauf zu dem Panzer nehmt, dann auf einer Brücke mit dem Namen „Liberty Bridge“. Zurecht dreht sich hier vieles immer noch um die Greueltaten des Krieges und die mit vielen Leben blutig erkaufte Freiheit.

 



 

Panzer, Schiffe, Landungsboote

Landungsschiff der Alliierten im Garten des Polderhuis in Westkapelle

Am Landungsschiff der Alliierten finden heutzutage kleine Feste statt

Der Zweite Weltkrieg mit seinen Verwüstungen ist, neben dem Deichbau, wichtigstes Thema im Polderhuis. Nicht selten wird das Haus sogar als wirkliches Kriegsmuseum bezeichnet! Davon zeugt beispielsweise ein gleich neben dem Museum abgestelltes Landungsboot, mit dem die Alliierten hier im Herbst 1944 angelandet sind. Falls euch maritime Technik interessiert, dann könnt ihr das LCT737 genau inspizieren, auch wenn das ausgestellte Modell nicht ganz dem Original entspricht. Der Fokus Befreiung jedenfalls und die zweifellos aufregenden Exponate dazu machen das Polderhuis Westkapelle auf jeden Fall zu einem Museum mit Ausstrahlungskraft weit über die Region hinaus.

 

Memories to share“ – Unter diesem Motto hat das Polderhuis eine Initiative zur Erinnerungskultur in der Region gestartet. Die Zerstörungen von Westkapelle, der Dialog zwischen Einheimischen, Besatzern und den alliierten Soldaten als Befreier stehen im Mittelpunkt. An der Aufarbeitung der Taten der Kriegszeit beteiligen sich auch zwei englische Museen in London und Portsmouth.

Von Römern, Flutkatastrophen und Deichbau

Stein aus der Römerzeit im Museum Polderhuis in Westkapelle

Auch die Römer waren schon da

In der Schau selbst findet ihr jede Menge Bilder, Infotafeln oder Fundgegenstände zur Besichtigung. Schon die Römer sollen hier in  Walcheren gesiedelt haben. Entsprechende im Museum ausgestellte Funde belegen das eindrucksvoll. Das harte Leben der Deicharbeiter wird umfänglich  dokumentiert. Und dass das Leben nach Feierabend auch kein Zuckerschlecken war, wird in nachgestellten Wohnbereichen deutlich.

 

Polderhuis – ein Museum mit allem drum und dran

Auch kleinere Besucher sind willkommen! Es werden spannende Aktionen wie zum Beispiel Schnitzeljagden auf dem Gelände angeboten, Natürlich ist für das leibliche Wohl aller Gäste bestens gesorgt. Ihr könnt im Café ausspannen oder im Shop des Museums stöbern. Im Sommer gibt es unter dem Logo VVV auch alle nützlichen Infos und Hilfestellungen für die Urlauber. Dazu lohnt sich auch der Blick auf die Infoseiten des Polderhuis. Das Museum hat neben den Dauerausstellungen immer wieder Sonderschauen am Start. Wenn ihr darüber hinaus einen Rundblick über nahezu ganz Walcheren genießen wollt, dann lohnt sich eine Besteigung des nur wenige hundert Meter entfernten Leuchtturms, der ebenfalls an der Zuidstraat gelegen ist.

 

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