Radfahrer auf dem Sturmwehr

Anspruchsvoll aber unglaublich schön – die Radrundfahrt Oosterschelde!

Top-Tipp Vrouwenpolder: das Sturmwehr

Das Sturmwehr am Ende des Strands von Vrouwenpolder trennt die Nordsee von der Oosterschelde

Radrundfahrt Oosterschelde – Start und Ziel: Vrouwenpolder. Auf dich wartet eine der beeindruckendsten Radtouren in Zeeland. Du fährst rund um die Oosterschelde, die seit der Errichtung des Wehrs eigentlich ein Binnengewässer ist. Die Oosterschelde ist ein Nationalpark mit beeindruckenden 37.000 Hektar. Das am meisten Schützenswerte ist natürlich unterhalb der Wasseroberfläche. Aber glaube mir, auch über dem Wasser erwartet dich ein tolles Naturerlebnis.

 

Radrundfahrt Oosterschelde im Uhrzeigersinn

Es ist allerdings auch eine recht anspruchsvolle Runde. Die genauen Fakten entnehme bitte unseren Infokästen. Und gerade weil die Radrundfahrt Oosterschelde anstrengend werden kann, verlegen wir den Start- und Zielort an den nordwestlichsten Zipfel unserer Lieblingshalbinsel Walcheren, nach Vrouwenpolder.

Endloser Strand in Vouwenpolder

In der Nähe des Strands von Vrouwenpolder gibt es genügend Parkplätze

Denn ausnahmsweise „wildern“ wir mal auf den Nachbarhalbinseln. Wir ersparen uns durch den Start in Vrouwenpolder eine kräftezehrende Anfahrt und wir fahren die Runde im Uhrzeigersinn. Wenn du die Räder mit dem Auto nach Vrouwenpolder transportierst, parke am besten unterhalb des Versedamms oder in Breezand. Dort solltest du eigentlich immer einen (leider meist kostenpflichtigen) Parkplatz finden. Und genau dort beginnt auch unsere Rundfahrt – am Versedamm. 

 

Erstes Viertel Radrundfahrt Oosterschelde:
Veersedamm und Sturmwehr

Highlight Radrundfahrt Oosterschelde: Radfahrer und Fußgänger auf Veersedamm

Auf dem Veersedamm ist immer was los

Zum gemütlichen Einradeln geht es eben über diesen Veersedamm. Zur Linken hast du einen herrlichen Blick über den gigantischen Strand von Vrouwenpolder und das Meer. Zur Rechten blickst du über das Binnengewässer Veerse Meer. Da kann ich mich nie so recht entscheiden, wohin ich den Blick richten soll und muss mich häufig genug zwingen, auf entgegenkommende Radler zu achten. Auf jeden Fall ist der Damm das erste Highlight der Tour.
Am Ende des Damms führt dann ein schmaler Weg direkt bis zum Beginn des ersten Teils des Sturmwehres. Dieser Teil wird noch bis 2022 aufwendig renoviert. Du kannst aber mit dem Fahrrad auf breiten Wegen an den Baustellen vorbeifahren. Dreh dich auf dem Wehr auch ruhig einmal um. Sonst verpasst du die Totale zum Strand von Vrouwenpolder. Nächstes Highlight sind dann die kleinen Innenhäfen und die

Schleuse von der Oosterschelde in die Nordsee

Schleuse von der Oosterschelde in die Nordsee

Schleuse von der Oosterschelde zum offenen Meer. Sogar eine kleine frittur findest du hier. Halte dich an der Schleuse links damit du die ganze Zeit der Wehr-Passage die Nordsee an deiner linken Seite hast. Linker Hand stehen die Segel der Kiter stramm im Wind – die haben hier eines der besten Reviere in Zeeland. Es folgen später zwei weitere Wehrpassagen, wobei du rechts einen tollen Blick auf die künstlich aufgeschüttete (ehemalige Arbeits-) Insel Neeltje Jans hast.




Die Fakten zur Radrundfahrt Oosterschelde: Die Strecke ist vom nordwestlichsten Zipfel der Halbinsel Walcheren, von Vrouwenpolder aus, ca. 65 Kilometer lang. Unser längeres Pausenziel Zierikzee liegt ungefähr auf der Hälfte. Für beide Streckenhälften solltest du jeweils knapp zwei Stunden einplanen. Häufig fährst du durch offenes Gelände an der Schelde. Der Wind kann da Einfluss auf die Fahrdauer haben. Es ist also schon eine Tagestour, die auch ein wenig Kondition oder, wenn du zu der immer größer werdenden Gemeinde der E-Biker zählst, einen vollen Akku erfordert. Eine Abkürzung mit einer Fähre über die Oosterschelde zum Beispiel von Burgh-Sluis nach Colijnsplaat gibt es schon länger nicht mehr. Du musst also durchhalten.

Radfahrer an der Oosterschelde bei Koudekerke

Radfahrer an der Oosterschelde bei Koudekerke

 

Zweites Viertel Radrundfahrt Oosterschelde:
Burgh-Haamstede – Zierikzee

Wenn du die Rampe vom letzten Abschnitt des Wehrs hinunter radelst, solltest du am Ende nicht den Ausschilderungen nach Zierikzee folgen. Es sei denn, du möchtest auch noch Burgh-Haamstede besuchen, was die Tour noch weiter und zeitaufwändiger macht. Wir biegen jedenfalls am Ende der Wehrrampe nach rechts ab. Und bei der nächsten Abzweigung ist Zierikzee auch schon wieder ausgeschildert. Jetzt geht es herrlich entlang der Oosterschelde.

Highlight bei der Radrundfahrt Oosterschelde: Inlaag bei Zierikzee

Inlaag bei Zierikzee

Die befindet sich rechts und auf der linken Seite kommt bald, fast noch beeindruckender, der Inlaag von Koudekerke (ja, diesen Ortsnamen mit der kalten Kirche gibt es nicht nur auf Walcheren). Die Landschaft hier: einfach nur toll! Ein weithin zu sehender Turm rundet das Gesamtbild ab. Für Ornithologen ist die Gegend ein Paradies. Ich bin nicht so ein Vogelfan. Die die es sind, gehen hier mit ihren Spezialfernrohren in Stellung. Häufig steht hier sogar ein ortsansässiger Verein von Ornithologen und lädt zum „kijken“ durch ihr Fernrohr ein.
Weiter geht es durch einen kleinen Wald. Doch schon bald deutet eine kleine Rampe an, dass du wieder hinauf auf den Deich fährst. Falls du dich vor Zierikzee noch kurz erfrischen willst, unterhalb der Rampe steht ein kleiner Imbisswagen. Weiter geht es jetzt kilometerlang an der Oosterschelde. Es ist herrlich ruhig, der Blick schweift über das Wasser, das vor kurzem überquerte Wehr scheint plötzlich ganz klein und die

Zeelandbrücke Totale

Die längste Brücke der Niederlande: die Zeelandbrücke

Zeelandbrücke, die es ja noch zu befahren gilt, erscheint immer deutlicher am Horizont. Herrlich! Du hast jetzt zweimal die Möglichkeit, die Strecke nach Zierikzee abzukürzen. Doch wir fahren weiter bis zur Hafenmündung. Denn diese Einfahrt zur größten Stadt auf Schouwen-Duiveland ist einfach ein Traum. Schon von weiten siehst du den „dicken Turm“, wie die einheimischen den Monstertoren (Monster abgeleitet von Münster) nennen.

Mühle Zierikzee

Mühle Zierikzee

Du radelst vorbei an der größten Windmühle des Ortes und ein paar Meter weiter biegst du ein auf die Hafenstraße mit einigen wirklich einladenden, kleinen Restaurants. Dann biegst du links ab Richtung Innenstadt. Zierikzee selbst haben wir in einem eigenen Artikel beschrieben.

 

 

 

Bevor du die Runde angehst, solltest du am jeweiligen Morgen den Windbericht studieren. Denn der Wind, speziell wenn er dir auf offenem Terrain entgegen bläst, kann dir die Radrundfahrt Oosterschelde echt vermiesen. Richtig gefährlich kann es sogar auf der Zeelandbrücke werden. Wenn dort die Böen in die Räder greifen, ist auf dem schmalen Radstreifen der Brücke schnell schon mal ein Unfall passiert. Unser wirklich gut gemeinter Rat: Verschiebe die Radrundfahrt Oosterschelde bei kräftigen Wind lieber um einen oder zwei Tage, bis sich der Wind beruhigt hat.

 

Drittes Viertel Radrundfahrt Oosterschelde:
Zierikzee – Colijnsplaat

Es geht hinaus aus Zierikzee durch das monumentale, historische Stadttor. Die nächsten zwei Kilometer sind eher das langweiligste Stück am Rande eines Industriegebietes. Doch es warten ja direkt danach die

Zufahrt Zeelandbrücke bei Zierikzee

Zufahrt Zeelandbrücke bei Zierikzee

fünf aufregendsten Kilometer der Radrundfahrt Oosterschelde – die Zeelandbrücke. Das ist nichts für schwache Nerven oder für Menschen mit Höhenangst. Du radelst auf einem schmalen Radweg – links die vorbeirauschenden Autos, rechts die Oosterschelde in all ihrer Schönheit. Unsere Warnungen, die wir im Infokasten bezüglich des Windes geschrieben haben, solltest du auf jeden Fall beachten. Für mich persönlich ist die Überfahrt der längsten Brücke der Niederlande immer eine Mischung aus ein wenig Urangst, überwältigender Landschaft und am Ende Zufriedenheit, es geschafft zu haben. Am Ende der Brücke machst du einen U-Turn.

Spannenster Teil der Radrundfahrt Oosterschelde: Zeelandbrücke Rampe Noord-Beveland mit Radfahrern

Geschafft – die fünf Kilometer auf der Zeelandbrücke. Hier machst du den U-Turn

Es geht dann kurz durch Felder. Aber schnell bist du wieder an der Oosterschelde – nur diesmal auf der südlichen Seite. Wieder kommt dieses Gefühl der Ruhe in mir auf. Und das Dorf das jetzt folgt, wirkt zunächst auch sehr unscheinbar, verschlafen. Es bietet aber einen der größten Segelhäfen der Oosterschelde.

 

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Viertes Viertel Radrundfahrt Oosterschelde
Colijnsplaat – Vrouwenpolder

Das verschlafen wirkende Dorf heißt Colijnsplaat und liegt linker Hand. Unser Weg aber bleibt an der Oosterschelde, verläuft direkt durch den großen Hafen.

Rund 600 Segelboote im Hafen von Colijnsplaat

Rund 600 Segelboote im Hafen von Colijnsplaat

Rund 600 Segelschiffe sollen hier vor Anker liegen. Dreht euch auch hier einmal um, wenn ihr den Hafen passiert habt – ein wirklich beeindruckendes Bild, diese vielen wogenden Schiffe mit ihren unzähligen Masten. Etwas verschlungen geht es an der Schelde weiter. Aber ihr müsst euch eigentlich nur immer am Wasser orientieren. Zudem ist dieser Streckenabschnitt Teil der Zeeuwse Windroute, die hier mit kleinen, quadratischen (nicht die klassischen großen, länglichen) Schildern ausgeschildert ist. Ihr kommt nun an einem der größten Campingplätze von ganz Zeeland, dem Roompot-Park, vorbei. Oder besser gesagt, ihr solltet durch den Park radeln. Denn an dessen Ende geht die Radrundfahrt Oosterschelde direkt am Wasser weiter. Wenn ihr euch wundert, warum hier jetzt so viele Austernschalen auf den Radwegen verstreut sind, liegt die Antwort erst einmal nicht direkt auf der Hand. Des Rätsels Lösung: Möwen picken die Muscheln auf und lassen sie aus luftiger Höhe auf den Asphalt knallen.

Inlaag an der Oosterschelde

Inlaag an der Oosterschelde

Die Austern zerbersten und die Möwen fressen ihre Delikatesse. Und wieder prägen auf der anderen Seite des Deichs prächtige Inlaags das Bild. Dann hast du es fast geschafft. Es geht runter vom Deich, du folgst ihm unterhalb aber noch gut einen Kilometer in Richtung Veersedamm. Und nach rund 4 Stunden, gerechnet ohne Pause, solltest du nach erneuter Passage des Damms wieder am Ausgangsort angekommen sein – ich hoffe, glücklich, ausgepowert aber zufrieden.

 

Ein Beitrag von heer Jörki. Mehr von diesem Autor? Klick dazu auf das Schaf. 

 

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